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  • Jannick Fischer

Mikromobilität der Männer?

Angeregt durch eine Zusammenfassung des "Urban Mobility daily" möchten wir heute den Blick in Richtung Genderdifferenzen in der Mikromobilität lenken. Schon beim Lesen fällt die Nischigkeit der Thematik auf - die Genderdebatte, in Bezug auf Unterschiede von Mann und Frau in der Gesellschaft, hat sicher größere Sorgen als die Frage nach der Nutzung von leichtgewichtigen Fortbewegungsmitteln.

Zwei Faktoren bleiben bei dieser Feststellung außer Acht:


  1. Die Unterscheidung in der Nutzung von shared micromobility in die Genderkategorien "Mann" und "Frau" verfehlt das Ziel des Miteinbezugs aller genderrelevanten Gruppen.

  2. Gerade dadurch, dass ungleiche Behandlung in vielen alltäglichen Bereichen unseres Lebens auftreten, bedarf es einer Zuwendung der Thematik durch die Vertreter verschiedenster Disziplinen. So eben auch in der Mikromobilität.

Was mit dieser Information anzufangen ist, was die Zahlen sagen und wie man Einfluss auf diese Entwicklung im neuen Geschäftsfeld nehmen könnte, soll hier angerissen werden.


Vorab sei erwähnt, dass das Phänomen einer männerdominierten Nutzung im Mikromobilitätssektor ebenso in anderen Dimensionen wie dem carsharing vorzufinden ist. Mit ihren infrastrukturellen Anforderungen sowie dem meist auf Kurzstrecken orientierten Anwendungsfall unterscheiden sich Fahrzeuge aus dem Mikromobilitätsbereich jedoch in der Zielgruppe zum klassischen carsharing, weshalb auch mit Blick auf die Genderanalyse eine Gleichsetzung der Ursachenfindung nicht gerecht werden kann. Innerhalb des Mikromobilitätssektors müssen allerdings aus Mangel an Daten die Nutzung von sharing-bikes mit anderen Fahrzeugen dieser Klasse gleichgesetzt werden.


Doch was sind die Gründe für die unterschiedliche Bereitschaft in der Nutzung? Die Auswertung des CoMoUk reports deutet vorallem auf zwei Baustellen:

  1. Dem Mangel der Anpassungen der Fahrzeuge an "frauenspezifischen Bedürfnissen"

  2. Der ungenügenden Infrastruktur für die optimale und kompromisslos sichere Nutzung der Fahrzeuge



Während mit dem ersten Punkt (etwas unglücklich formuliert) die vermutlich realen Probleme einer Person offenbart werden, welche eine familienumsorgende Rolle ("Einkäufe, Kinder...") einnimmt, bringt uns diese Feststellung nicht der Beantwortung der Frage näher, wieso Frauen seltener Mikromobilitätsangebote wahrnehmen.

Der zweite Punkt scheint dagegen schon aufschlussreicher. Wobei auch hier die genderabhängigen Sicherheitsbedürfnisse im Straßenverkehr ohne entsprechenden empirischen Beweis behauptet werden, macht die vermutete Ursache einen klaren Punkt. Generell ist für alle potentiellen Nutzer* von Mikromobilitätsangeboten mangelnde Straßentauglichkeit ein Argument gegen shared-mobility Angebote. Verschiedene Programme zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur, wie beim Ansatz von Bird, sind sehr lobenswerte Vorstöße von Seiten der Industrie, welche leider durch selbige zunichte gemacht werden. Konkurrenzkampf sowie maximaler Profit & Wachstum versperren die Möglichkeiten zur Ebnung einer angemessenen operativen Grundlage durch die relevanten Player der Branche.



Die interessanteste Form der Nutzung dieser Mobilitätsform sind die sharing-Modelle im free-floating. Geteilte Mobilität mit wenigen Klicks, egal, wo du gerade bist, soll unnötige Wege mit dem Auto vermeiden. Die entsprechende Software muss einfach und übersichtlich sein. Schlankes Design sowie ausgefeilte und gleichzitig eingängige UX. Es geht um die alles entscheidende Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Fahrer*. Und gerade hier gilt es, keine Zweifel auf der Technikseite entstehen zu lassen. Ungeachtet dem bedauernswerten Zustand einer Männerdomäne im IT-Fachbereich (in Deutschland!) haben wir beim Thema digitale Bezahlsysteme und Sicherheit für alle Nutzer* noch Luft nach oben, um die neuen Systeme als selbstverständlich zu begreifen und somit in den Alltag zu integrieren. Wir dürfen das als Auftrag für Communitybuilding begreifen, um mit den Konsumenten* in Interaktion zu treten. Das Geschäftsmodell des U.S. Unternehmens Spin baut genau hier sein Fundament für eine optimale Community, die einen völlig selbstverständlichen Umgang mit e-Scootern nahegebracht bekommt. Und das seit dem Launch. Die Vorteile einer engen Communitybindung zeigen hier ihre wunderbaren Früchte.



Die Frage, weshalb Frauen allgemein abgeneigter sind, diese Mobilitätsform zu nutzen, lässt sich auf Grundlage der untersuchten Zahlen so nicht beantworten. Der Weg hin zur Selbstverständlichkeit dieser Mobilitätsangebote für alle Mitglieder der Gesellschaft ist jedoch unbestreitbar ein Kernziel für die gesamte Industrie. In der Methodik gibt es bereits fantastische Ansätze, wie am Beispiel von Bird zu sehen war und im Fall Spin zu sehen ist. Diese Ansätze müssen jedoch in ihrer Chance begriffen und gefördert werden, um wirklich wirken zu können. Wenn Mikromobilität sicher, benutzerfreundlich und absolut transparent ist, fällt die Hürde zur Nutzung und Stigmata einer Genderfixierung können präventiv vorgebeugt werden.


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